63 Liter Blut

Regelmäßig, circa einmal im Quartal, bietet die AOK PLUS ihren Mitarbeitern die Gelegenheit, an den größten AOK-Standorten in Sachsen und Thüringen Blut zu spenden. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen dieses Angebot auch wahr. Zum Weltblutspendetag am 14. Juni ist dies mit einem kleinen Gewinnspiel verbunden worden. Jeder Spender hatte die Chance auf kleine Sachpreise. So sollten mehr Menschen zu Teilnahme bewegt werden. Am Ende wurden 63 gespendete Liter Blut gezählt. Mal zum Vergleich: Eine durchschnittliche Badewanne fasst 150 Liter Wasser. Rund 190 Verletzten oder schwerkranken Personen kann mit dem gespendeten Blut geholfen werden. Denn: Je Einzelspende von 500 Millilitern lassen sich drei Patienten versorgen. Insgesamt haben sich 126 Kolleginnen und Kollegen an der Aktion beteiligt. Ich auch.

Nicht nur für das eigene Gewissen

Beim siebten Mal ist es fast schon Routine. Aber der Pieks ist immer noch ungewöhnlich…

Bei mir war es das siebte Mal. Seit über vier Jahren gehe ich mal mehr, mal weniger regelmäßig zur Blutspende. Anfangs wegen der Esspakete, die ausgegeben werden. Aber mit der Zeit kam ich zu der Erkenntnis, dass ich mit einer Blutspende nicht nur anderen, sondern auch mir etwas Gutes tue. Denn ich habe das Gefühl (persönliche/verzerrte Wahrnehmung!), dass es mir auch im Sport hilft. Wissenschaftlich erklären kann ich es nicht. Aber es fühlt sich so an, als ob die Muskulatur durch das weniger an Blut stärker erschöpft und dank des Superkompensationsprinzips in der Folge das Leistungsniveau höher steigt. Aber auch generell hilft es meinem Körper, denn: Männer haben in der Regel mehr Eisen im Blut als Frauen. Sie sollten deswegen öfter Blut spenden, da sich so der Eisen-Wert kontrollieren lässt.

Gesundheitliche Vorteile durch Blutspende

Daneben haben Mediziner herausgefunden, dass Menschen mit einem zu hohen Blutdruck ebenfalls von regelmäßigen Blutspenden profitieren. Nach einer Spende sinkt dieser auf ein normaleres Maß ab. Die Ärzte stellten fest, dass erst nach ca. sechs Wochen wieder ein Wert wie vor der Spende vorhanden war. Regelmäßiges und langfristiges Blutspenden wäre demnach eine gute Behandlungsmethode. Andersherum brauchen sich Menschen mit normalem Blutdruck keine Sorgen machen. In der Studie wurde außerdem festgestellt, dass dieser bei ihnen nach einer Spende konstant bleibt.

Aktion des DRK

Unter anderem  auf Twitter haben wir auf die Aktion hingewiesen

Unter dem Motto „missing type“ hat das Deutsche Rote Kreuz in einer Aktionswoche um den Weltblutspendetag herum zu mehr Blutspenden aufgerufen. Während dieser Woche haben das DRK und seine Aktions-Partner (auch wir ) in speziellen Texten die Buchstaben A, B und O herausgenommen. Dadurch sollte auf das Fehlen der Blutgruppen A, B und 0 hingewiesen werden. Auf unseren Social Media Kanälen gab es großen Zuspruch. Aber leider auch Belehrungen wegen mangelhafter Rechtschreibung…

 

Probleme mit Reserven

Gerade jetzt vor der Sommer- und Ferienzeit gibt es teilweise gravierende Probleme bei der Verfügbarkeit von Blutkonserven. Denn die allgemein schon nicht hohe Spendenbereitschaft sinkt während der heißeren Monate und erst recht in der Ferienzeit. Dabei ist eine Blutspende nicht nur für schwer Verletzte oder Operationen nötig. Krebsbehandlungen, Knochenmarktransplantationen und auch Medikamente für Bluter können nicht ohne Blutspenden durchgeführt bzw. hergestellt werden.

Spendenbereitschaft erhöhen – aber wie?

Nur 33 Prozent der Bevölkerung werden überhaupt für eine Spende zugelassen. Von diesen gehen nur drei Prozent auch spenden. Das ist zu wenig. Deswegen wird jetzt auch über finanzielle Anreize für Spender diskutiert. Mal ganz davon abgesehen, dass dies bei privaten Unternehmen bereits Gang und Gäbe ist, halte ich den Vorschlag für verfrüht. Jedem sollte bewusst sein, dass er oder sie einmal auf eine Bluttransfusion angewiesen sein könnte. Die oben beschriebenen (wenngleich teilweise nur gefühlten) körperlichen Vorteile sind ebenso ein wichtiger Punkt.

Ausschlusskriterien für Blutspende

Während oder nach Einnahme bestimmter Medikamente und nach bestimmten Impfungen ist eine Blutspende nicht möglich. Ausgeschlossen sind ebenso Personen mit infektiösen Krankheiten wie Hepatitis oder HIV, mit chronischen Krankheiten von Herz oder Gefäßen (u. a.) und generell homosexuelle Männer, wenn sie innerhalb der letzten zwölf Monate Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann hatten. Bei Erkrankten oder vor kurzem erst genesenen Personen macht ein Ausschluss durchaus Sinn. Aber wieso wird eine Bevölkerungsgruppe wegen einer bestimmten Lebensweise ausgeschlossen? Es ist an der Politik, sich über diese Frage Gedanken zu machen. Wenn dann immer noch nicht genug Menschen spenden gehen, kann von mir aus auch gerne ein finanzieller Anreiz geschaffen werden.

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