AU-Schein per WhatsApp?!

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ohne Gang zum Arzt? Sicherlich der Traum vieler Arbeitnehmer. Doch auch wenn genau eine solche Lösung gewünscht wird, einfach ist das nicht. Und das in den Medien verbreitete Angebot hält für Versicherte mehrere Stolpersteine bereit. Denn bisher ist noch nicht sicher, ob es überhaupt geltendem Recht entspricht. Daher raten die Landesärztekammern Schleswig-Holstein und Hamburg von der Nutzung auch ab.

Für Verbraucher erscheint das Angebot verlockend: auf einer Homepage werden per Formular Symptome und Risikofaktoren angegeben, bevor die eigenen Kontaktdaten einer/m Ärztin/Arzt übermittelt werden. Diese/r überprüft dann noch die elektronische Gesundheitskarte und wenn alles soweit passt, gibt es den AU-Schein per WhatsApp und ein paar Tage später auch per Post. Das kostet den Patienten dann neun Euro, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Besser zum Hausarzt

Das Problem ist nur: mit einer guten Versorgung bei einer Erkrankung hat dieses Angebot nicht viel zu tun. Ohne direkten ärztlichen Kontakt wird der Krankenschein nur auf Grundlage eines digitalen Fragebogens ausgestellt. Das entspricht nicht den Voraussetzungen einer qualitativen Versorgung der PLUS-Versicherten. Der eigene Hausarzt ist hier klar im Vorteil: dieser kennt die Krankengeschichte des Patienten und weiß, was dieser zur Genesung benötigt.

Arbeitsrechtliche Fragen

Die bereits genannte Rechtsunsicherheit hat auch Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis der Patienten. Juristisch wird diskutiert, ob Arbeitgeber eine solche Krankschreibung akzeptieren müssen (z.B. hier). Im schlimmsten Fall wird diese von ihm aufgrund der Rechtsunsicherheit nicht anerkannt. Die Folgen: keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und unentschuldigtes Fehlen. Und eventuell der Gang vors Arbeitsgericht.

Erfüllt die Anforderungen: Mit dem Projekt Telekonsil werden bundesweit zum ersten Mal Pflegeeinrichtungen telemedizinisch betreut.

Datenschutz?

Zu diesen beiden Problemen gesellt sich noch der Datenschutz hinzu. Ja, WhatsApp verfügt über eine End-to-End-Verschlüsselung. Trotzdem wird der Dienst nicht über Server in Deutschland abgewickelt und unterliegt demnach weder dem deutschen Datenschutz noch der europäischen DSGVO. Der Schutz gesundheitsrelevanter Daten genießt hierzulande nicht grundlos einen hohen Stellenwert. Ja, teilweise werden Neuentwicklungen wegen Datenschutzbedenken verlangsamt. Aber die Lösung kann und darf nicht darin bestehen, einfach auf die Sicherheit von Drittanbieterprogrammen zu vertrauen.

Es spricht nichts dagegen, dass telemedizinische Angebote ausgeweitet werden. Auch wir Krankenkassen unterstützen dies, soweit bestehende medizinische Versorgungsangebote sinnvoll ergänzt werden. Praktisch geschieht dies zum Beispiel in Thüringen mit dem Angebot TeleDoc PLUS oder in Leipzig mit dem Projekt Telekonsil.

Hallo die app meine AOK .de funktioniert nicht richtig .Formular abgesendet mit Unterschrift die kam an aber Unterschrift nicht zu sehen !!!!

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