Behandlungsrichtlinien in Zeiten von Corona

Krankenhäuser und Ärzte in Sachsen und Thüringen stehen aufgrund der Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen. Bisher sind die Erkrankungszahlen in beiden Freistaaten für sie gut händelbar und es bestehen keine Versorgungsprobleme für Patienten mit intensivmedizinischem Behandlungsbedarf. Sollte die Zahl der Patienten steigen, sehen sich die Kliniken gut gerüstet. Um sie zu unterstützen haben der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) entschieden, diverse Richtlinien der Qualitätssicherung für Krankenhäuser auszusetzen bzw. abzumildern.

Dokumentationspflicht ausgesetzt

Zum großen Teil betreffen diese Regelungen Fristen von Dokumentationen. Diese werden bis 31.10.2020 ausgesetzt bzw. wandern in das kommende Jahr. Sollten Krankenhäuser aufgrund der Behandlung von Corona-Patienten die bisher gelten Fristen nicht einhalten können, soll ihnen mit der Aussetzung kein finanzieller Nachteil entstehen. Gleichzeitig wird den Kliniken so die notwendige Flexibilität und Handlungsfreiheit gegeben, um die bestmögliche Versorgung der Patienten in diesen Zeiten zu gewährleisten.

Auswirkungen auf Patienten und Versicherte hat zum einen die Aussetzung der Pflegepersonaluntergrenzen durch das BMG. Denn steigende Patientenzahlen oder selbst infiziertes Personal könnten die Untergrenzen schnell nicht mehr eingehalten werden. Mit der Aussetzung bleiben die Kliniken dem System erhalten. Zum anderen ist durch Entscheidung des GBA die zeitliche Vorgabe für die Aufnahme beatmungspflichtiger Patienten ausgesetzt worden. Sollte eine zu große Zahl an Patienten gleichzeitig eine Beatmung benötigen, wäre diese Maßgabe unter Umständen auch nicht umsetzbar.

Qualitätsvorgaben sichern Behandlungsqualität

Die Qualitätsrichtlinien sind dafür geschaffen worden, die Behandlungsqualität für Patienten zu sichern. Sie sind also gut begründet. Die Aussetzung dieser Regelungen darf daher nicht die Norm werden und muss sobald es die Umstände zulassen, wieder zurückgenommen werden.

Richtlinien der Qualitätssicherung für Krankenhäuser aussetzen bzw. mildern?
Problem? ist wirklich der Termin gesichert wann dies zurückgenommen wird, der Zweifel des Dauerzustandes bleibt, aus Erfahrung anderer negativer Entscheidungen, bestehen;

Antworten

Hallo Herr Krause,
die Ausnahmeregelungen enthalten eine zeitliche Befristung, sodass die Mechanismen der Qualitätssicherung nach Ablauf der Fristen automatisch wieder in Kraft treten. Sie können die einzelnen Fristen auf der Homepage des Gemeinsamen Bundesausschusses nachlesen, zum Beispiel hier: https://www.g-ba.de/beschluesse/4230/
Freundliche Grüße
Matthias Gottschalk

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