Erste Hilfe bei Babys und Kleinkindern – Ein Seminar mit Weitblick!

Deshalb habe ich neulich ein Seminar besucht, das die AOK PLUS gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Versicherten aller Kassen kostenfrei anbietet: „1. Hilfe bei Baby- und Kleinkinderunfällen“ aus der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam Wachsen“. Es konnte ja nicht schaden, mal so ein paar Gefahrensituationen gedanklich durchzuspielen nach dem Motto „Was ist zu tun, wenn…“.

 

Hat es auch nicht. Im Gegenteil: Es war sehr aufschlussreich. Denn obwohl ich mich ja eigentlich mit einem gesunden Maß an Handlungsvernunft beseelt wähne, musste ich doch feststellen, dass so manche meiner Bauchentscheidungen eher mit gefährlichem Halbwissen zu tun hatten. Oder hätten Sie auf Anhieb zum Beispiel gewusst, dass man einem asthmatischen Kind bei einem Erstickungsanfall das rettende Spray eigentlich nicht verabreichen, sondern nur reichen darf? Zwischen beiden Darbietungsformen besteht rechtlich gesehen nämlich ein himmelweiter Unterschied. (Natürlich spielt das im Notfall keine Rolle – das ist klar).

 

Von der Theorie zur Praxis. Die dramatische Situation: Kind verschluckt Kleinteil. Schon alleine die Konfrontation mit diesem schrecklichen Gedanken löste bei mir einen eiskalten Schauer aus, der mir langsam den Rücken hinunter lief. Es nützte alles nichts, ich musste mich dem stellen. Der Kursleiter holte die Baby-Puppe aus dem Karton und begann ohne zu zögern die Attrappe über das Knie zu legen und ihr auf den Rücken zu klopfen. Zeigt das keine Wirkung, käme Schritt zwei: Zeige- und Mittelfinger zwischen Zwerchfell und Solarplexus ansetzen und den Brustkorb zwei bis drei Zentimeter tief eindrücken.

 

Als ich an der Reihe war, habe ich geschwitzt. Ich hatte Angst, dem Baby – der Puppe – etwas kaputt zu machen, bzw. Schmerzen zu zufügen. „Richtig“, meinte der Kursleiter. „Es kann eine Rippe brechen oder die Milz reißen. Aber angesichts des drohenden Erstickungstodes des Kindes ist das ein Kollateralschaden.“ Die Hemmung, richtig zu zudrücken, sei aber eine normale Reaktion. Da wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, solche Notfallsituationen schon einmal „erprobt“ zu haben. Natürlich in der Hoffnung, dass sie nie real werden.

 

Thematisch hatte das Seminar noch einige gruslige Situationen mehr zu bieten, die leider passieren können: Verbrennungen, Verätzungen, Fieberschübe, Insektenstiche und auch die Reanimation. Die oberste Priorität bei allen akuten Notfällen lautete natürlich stets: Zuerst den Notruf (112) wählen!

 

Mein Fazit: Man sollte nicht allzu leger mit dem Thema umgehen nach dem Motto: „Ach, die können mir auch nix neues sagen“. Doch, das können die! Das Wissen über Erste Hilfe aufzufrischen lohnt wirklich und kann im entscheidenden Moment eventuell den Ausschlag geben.

Übrigens bietet die Veranstaltungsreihe noch weitere Seminare zu unterschiedlichen Aspekten der Entwicklung von Kindern bis zu 36 Monate an. Der Veranstaltungsplan ist auf der Homepage der AOK PLUS zu finden.

 

Viele Muttis und Vatis nutzen das Angebot...

...und besuchen den Kurs

Der Kursleiter gibt wichtige Tipps zum Thema Erste Hilfe, denn...

...Übung macht den Meister

Zwei Finger auf den Brustkorb...

So geht's...

...Ich musste die Hemmung überwinden...

...auch bei der Mund-Zu-Mund-Beatmung

Das klingt toll und müsste man wirklich machen! Irgendwie schiebt man solche Themen immer vor sich her und hofft, dass es im Notfall schon schiefgehen wird.

P.S.: Ich finde es super, dass der Kurs kostenlos ist.

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