Kursleiter fit gemacht

Worum es genau geht, darüber informierten sich in den vergangenen Wochen insgesamt 200 Kursleiter aus Sport-, Ernährungs- und Reha-Zentren in drei Workshops der AOK PLUS. Sie nutzten die Chance, um mit Wissenschaftlern ins Gespräch zu kommen, um sich untereinander auszutauschen und frische Ideen für ihren beruflichen Alltag mitzunehmen. Sie alle werden künftig die therapiebegleitenden Programme der AOK PLUS anbieten. Vorgesehen sind sie für Frauen und Männer, die bereits in ärztlicher Behandlung sind und die verhindern möchten, dass ihre Beschwerden chronisch werden.

Programme überarbeitet

Neben Gruppenkursen zu den Themen „Herz-Kreislauf“, „Rücken“ und „Leichter und aktiver leben“ gibt es Einzelberatungen zur Ernährung. Bereits seit 2009 bietet die AOK PLUS derartige Programme an. Aber jetzt wurden sie wissenschaftlich überarbeitet und sind damit deutschlandweit einmalig. Die Kursleiter stehen vor völlig neuen Herausforderungen und Chancen. So führen sie künftig mit jedem Teilnehmer ein individuelles 60-minütiges Erstgespräch. Warum kommt Frau X überhaupt her? Weil es ihr Arzt vorschlägt? Oder ist sie selbst motiviert? Was will sie erreichen? Was traut sie sich zu? Bei diesem „Beschnuppern“ ist vor allem psychologisches Einfühlungsvermögen gefragt. Vertrauen soll aufgebaut werden. In Rollenspielen haben die Kursleiter das bei den Workshops gründlich geübt. In den Gesprächen erkennen sie die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Teilnehmers und können dadurch individuell auf sie eingehen. So ist beispielsweise der Austausch einzelner Programmteile untereinander möglich. „Der eine braucht mehr Kraftübungen, der andere mehr Ausdauer“, begründet Dr. Wick die neue Flexibilität. Damit soll auch die bisherige Abbruchquote gesenkt werden.

Gesunde Lebensweise muss geübt werden

Doch mehrmonatige Kurse nutzen gar nichts, wenn die Teilnehmer nicht bereit sind, das Gelernte in den Alltag zu integrieren und damit ihren Lebensstil zu ändern. „Die Übungen und neuen Verhaltensweisen müssen zum Ritual werden – vergleichbar mit dem regelmäßigen Zähneputzen“, so der Sportwissenschaftler. Aus Erfahrungen weiß er, dass die Aktivitäten nach anfänglichem Enthusiasmus oft stark nachlassen. Dazu Prof. Peter Schwarz, Experte für Prävention, Stoffwechselerkrankungen und Qualitätsmanagement am Dresdner Uniklinikum. Durch die Erhebung von Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Taillenumfang, Schmerzempfinden oder Wohlbefinden zu Beginn und Abschluss der Programme erhalten die Wissenschaftler wichtige Ergebnisse zur Wirksamkeit der Programme. Ebenso bei den zwei Nachkontakten nach drei bzw. sechs Monaten. Mitspielen müssen auch die Ärzte. Denn sie sind es, die ihren Patienten die therapiebegleitenden Programme empfehlen sollen. „Oft kennen die Ärzte unsere Angebote aber gar nicht“, bedauert Heiko Kotte, Chef der Gesundheitsförderung bei der AOK PLUS. Hierzu künftig noch aktiver zu informieren, ist ganz wichtig.

An 80 Standorten verfügbar

Mit einer ärztlichen Empfehlung und der Genehmigung durch die AOK PLUS können sich die Versicherten dann an die Kursanbieter wenden - derzeit an rund 80 Standorten in Sachsen und Thüringen. Die Kursleiter geben den Ärzten abschließend direkt ein Feedback - auch das ist neu. Alle vier Jahre schreibt die AOK PLUS die Programme neu aus. Damit fließen regelmäßig aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ein. „Die Programme sind eigentlich jetzt schon so gut - ich wüsste gar nicht, was man in vier Jahren anders machen sollte“, meint Dr. Wick augenzwinkernd. Mehr zu den Angeboten der AOK PLUS finden Sie hier.

Jutta Bec

Jutta Bec