Masernvirus

Europäische Impfwoche - und keiner geht hin?

Schon gewusst: Am vergangenen Sonntag war der Tag des Buches, der gleichzeitig Tag des Bieres war. Der Montag war der Internationale Tag zum Schutz von Versuchstieren, und am Dienstag dieser letzten Woche im April ist der Tag des Baumes. Am kommenden Sonnabend steht der Internationale Tag gegen den Lärm an und einen Tag später der Tag des Jazz. Das alles ist dokumentiert in einer Arbeit des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages mit dem Aktenzeichen WD 1 – 3010 – 158/14. Was die Ausarbeitung nicht erfasst, ist die Europäische Impfwoche, die in diesem Jahr vom 24. bis 30. April die Gemüter bewegen sollte: derjenigen, die gerade Eltern geworden sind, derjenigen, die für viel Geld in exotische Länder reisen, aber am Impfschutz sparen wollen und derjenigen, die als junge Erwachsene nicht sagen können, ob sie als Kind die Masern hatten oder dagegen geimpft wurden – keine Ahnung … Keine Ahnung ist ganz schlecht. Auch nicht viel besser: wenn man erst aufgerüttelt wird von einer Masernepidemie mit 2.465 Fällen im Jahr 2015 in Deutschland oder den bereits mehr als 40 Fällen im Frühjahr dieses Jahres und den Warnhinweisen von Ärzten, dass das eben keine harmlose Kinderkrankheit ist, sondern böse Folgen haben kann bis hin zur Hirnhautentzündung oder gar zum Tod. Aber zu spät ist es nie. Und man kann mit dem eigenen Gang zum Arzt oder ins städtische Gesundheitsamt zwecks Impfung sogar etwas für die Gemeinschaft tun. Manche Menschen können aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Die sind aber durch die sogenannte Herdenimmunität im Falle des Ausbruchs der Krankheit in ihrem Umfeld mit geschützt, wenn die übergroße Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist. In Bezug auf Masern ist dieser Gemeinschaftsschutz gegeben, wenn 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Also: zum Impfen gehen. Am besten noch diese Woche.

Hannelore Strobel

Hannelore Strobel