Finanzieller Abschluss des Jahres 2019: Alle Ausgaben der AOK PLUS auf einen Blick

Insgesamt mehr als 12,1 Milliarden Euro betrug das Haushaltsvolumen der AOK PLUS im Jahr 2019. Dabei weichen der aufgestellte Haushaltsplan für das Jahr sowie die tatsächlichen Ausgaben lediglich um 80 Millionen. Euro voneinander ab. Das geht aus dem Jahresabschluss der Gesundheitskasse hervor, der am 23. Juni 2020 vom Verwaltungsrat angenommen und verabschiedet wurde. Gleichzeit sind auch die Vorstände für das Geschäftsjahr entlastet worden, was die gute Arbeit der AOK PLUS belegt.

Größte Haushaltsposten

Auch wenn der Unterschied zwischen geplanten und tatsächlichen Ausgaben groß erscheint, relativiert sich der Betrag bei der Betrachtung des gesamten Haushaltes. Denn die Differenz beträgt nur rund 0,6 Prozent. Diese nachhaltige Haushaltsplanung legt nun die Grundlage für kommende Herausforderungen – die politisch gewollten und die aktuellen gesundheitlichen.

„Mit rund 12 Milliarden Euro hatte die AOK PLUS im Jahr 2019 ihren bis dato größten Haushalt. Mit diesem Geld haben wir direkt die Versorgung unserer Versicherten in Sachsen und Thüringen sichergestellt“, sagt Iris Kloppich, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK PLUS. „Aber nicht nur das: mit unseren Satzungsleistungen wie z. B. dem SchwangerschaftPLUS-Paket oder der Kostenübernahme für Osteopathie und professionelle Zahnreinigungen gehen wir über das gesetzliche Mindestmaß hinaus und bieten einen echten Mehrwert. Daneben entwickeln wir Projekte zur Gestaltung der Versorgung in Sachsen und Thüringen, zum Beispiel mit den telemedizinischen Angeboten Telekonsil und TeleDoc PLUS.“

Im vergangenen Jahr ist der Bereich Krankenhäuser erneut der größte Leistungsbereich im Haushaltsplan gewesen. Mit über 3,9 Milliarden Euro stellt dieser ca. ein Drittel der Gesamtausgaben dar. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Ausgaben für Arzneimittel mit über 2 Milliarden und für Ärzte mit rund 1,86 Milliarden Euro. Die Kosten für Krankenhäuser sind 2019 auch weiter gestiegen und betrugen plus rund 40 Millionen Euro im Vergleich zu 2018, was u.a. an der jährlichen Preissteigerung (Landesbasisfallwert) lag.

Politische gewollte Ausgabensteigerung

„Mit der Abnahme der Jahresrechnung für 2019 zeigt die AOK PLUS erneut, dass sie mit dem Geld der Beitragszahler verantwortungsvoll umgeht. Unsere Jahresplanung war solide“, sagt Sven Nobereit, Vorsitzender der Arbeitgeberseite des Verwaltungsrates. „Erschwert hat uns allerdings, dass per Gesetz Kosten erhöht wurden, die zum Zeitpunkt der Haushaltsplanung für 2019 noch nicht absehbar waren.“

Einige neue Gesetze haben dazu geführt, dass in mehreren Bereichen die Ausgaben höher als geplant waren. So hat das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), welches Anfang 2019 verabschiedet wurde, im Bereich Heilmittel zu einer Ausgabensteigerung von 17,8 Prozent (42 Millionen Euro) im Vergleich zur Planung geführt. Auch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat insgesamt – da es in mehreren Leistungsbereichen Auswirkungen hatte – zu einem Mehr an Ausgaben in Höhe von 29 Millionen Euro beigetragen. Womit bereits 71 Millionen Euro der oben erwähnten 80 Millionen Euro Mehrausgaben erklärt wären.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass die Verwaltungskosten der AOK PLUS im Jahr 2019 nicht nur geringer ausgefallen sind als geplant (rund 450 Millionen Euro „Ist“ zu rund 474 Millionen Euro „Soll“), sondern mit einem Anteil von rund 3,7 Prozent an den Gesamtausgaben auch unter dem bundesweiten Krankenkassendurchschnitt von 4 Prozent liegen.

Auch in diesem Jahr stehen wir angesichts der Corona-Pandemieauswirkungen vor großen finanziellen Unwägbarkeiten, die auch die beste Planung nicht vorhersehen konnte. Die Politik und alle Handlungspartner im Gesundheitswesen müssen jetzt gemeinsam Lösungen erarbeiten, um die Finanzierung des Gesundheitssystems und damit die Versorgung der Versicherten zu sichern.“

Haushaltsplan 2020

An anderer Stelle hatten wir hier bereits einen Ausblick auf den Haushaltsplan für das Jahr 2020 gegeben. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieser aufgrund der aktuellen Lage nun hinfällig ist. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen am 19. Juni mitteilte, haben die gesetzlichen Krankenkassen das erste Quartal 2020 mit einem Minus von rund 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Auch hier beweisen sich die Spahn’schen Gesetze (z.B. TSVG) als Kostentreiber. Auch Mindereinnahmen aufgrund von Kurzarbeit und einer gestiegenen Arbeitslosenquote belasten die Bilanzen.

„Angesichts der Corona-Pandemieauswirkungen stehen wir auch in diesem Jahr vor großen finanziellen Unwägbarkeiten, die auch die beste Planung nicht vorhersehen konnte“, sagt Sven Nobereit. „Die Politik und alle Handlungspartner im Gesundheitswesen müssen jetzt gemeinsam Lösungen erarbeiten, um die Finanzierung des Gesundheitssystems und damit die Versorgung der Versicherten zu sichern.“

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