Jetzt bin ich mal dran!

Leonie ist erst 9 Jahre alt, als ihr kleiner Bruder Pepe krank wird. Sehr schwer krank. Sie versteht zwar nicht genau, um was es geht, aber sie spürt und sieht, dass es sehr ernst ist. Sie sieht die großen Sorgen ihrer Eltern, erfährt im eben noch normalen Familienalltag, dass plötzlich alles anders ist. Ihre Mutter weint viel und ist wochenlang mit Pepe im Krankenhaus. Sie selbst darf ihren Bruder nicht besuchen – zu hoch ist die Infektionsgefahr für die Patienten im Krankenhaus. Plötzlich ist sie meist mit ihrem Vater allein zu Hause. Auch er weiß nicht wohin mit seinen Sorgen. Nebenbei hat er nun den Haushalt alleine am Hals.

Was ist eigentlich los? Bei Pepe wird Leukämie festgestellt. Blutkrebs. Mit zwei Jahren. Es folgen Chemotherapie, lange Klinikaufenthalte und schließlich die Knochenmarktransplantation. Da hat Pepe sogar noch Glück im Unglück gehabt: nach einem halben Jahr konnte ein zu 100% passender Spender gefunden werden.

Wenn ein solcher Fall eintritt, greifen zum Glück die Mechanismen einer guten Krankenversicherung. Das Kind wird auf allerhöchstem medizinischen Niveau versorgt, die Eltern dürfen selbstverständlich bei ihrem Kind im Krankenhaus bleiben. Alles dreht sich um das kranke Kind. Natürlich, das ist ja verständlich.

Nur: was ist eigentlich mit Leonie? Auch sie leidet unter der Situation, auch sie hat Angst um ihren Bruder und gerät dennoch ins Abseits. Sie versteht das sogar, aber es tut trotzdem weh. Ihre Gefühle schwanken zwischen den Sorgen und ja: Eifersucht. Ihre Eltern sehen das durchaus, aber auch ihre Kraft und ihre Zeit sind begrenzt.

An dieser Stelle kommt die Elternhilfe für krebskranke Kinder mit ihrem Geschwisterprogramm „Jetzt bin ich mal dran!“ ins Spiel. Das Programm stärkt neben den Stressbewältigungsfähigkeiten die sozialen und emotionalen Kompetenzen in dieser besonderen Lebenssituation. Leonie konnte so an Gesprächsrunden teilnehmen und sich mit anderen Kindern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, austauschen und über ihre Angst reden. Schon das hilft.

Kristina Winter (AOK) im MDR-Interview

 

AOK PLUS übernimmt Kosten der Geschwisterarbeit

Die AOK PLUS ist die erste Krankenkasse, die die Geschwisterarbeit in ihre Regelversorgung aufgenommen hat. Ganz wichtig dabei, es geht im Bedarfsfall sehr einfach: AOK PLUS-Versicherte können die Kosten ganz einfach über einen Gutschein abrechnen, den sie beim Verein abgeben. Sie müssen nichts vorstrecken.

Heute gilt Pepe als geheilt, er ist fit und gesund.

Übrigens: „Jetzt bin ich mal dran!“ hat Leonie nie gesagt…

Was für ein wunderbares Programm.
Ich war selbst Geschwisterkind eines schwerstkranken Bruders und bin im Rückblick immer zu kurz gekommen, was Aufmerksamkeit und Zuwendung durch die Eltern angeht. Die hatten allerdings auch kaum Unterstützung von außen – geschweige denn finanziert von einer Krankenkasse….

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