Masern – zweite Impfung schützt

Kleinkind wird gegen Masern geimpft

Die Krankheit galt eigentlich als ausgerottet. Doch jetzt hat eine Masern-Welle das erste Todesopfer gefordert. Ein Kleinkind, das nicht geimpft war, ist in Berlin an den Folgen der Masernerkrankung gestorben. Seit Oktober wurden bereits 574 Krankheitsfälle in der Bundeshauptstadt gemeldet.

In Sachsen ist die Zahl der registrierten Masern-Erkrankungen auf 36 gestiegen, berichtet die Freie Presse. Alle Erkrankten in Sachsen waren ungeimpft. Laut Informationen der Leipziger Volkszeitung gehört der Freistaat mit einer Durchimpfungsraten von 80 Prozent deutschlandweit zum Schlusslicht. Angestrebt sind laut WHO-Quote eigentlich 95 Prozent.

Zahlen belegen den Nutzen einer Impfung

Was eine hohe Impfbereitschaft verhindern kann, zeigen Zahlen der WHO. So wurde zwischen 2000 und 2010 eine Reduktion der Maserntodesfälle weltweit um 74% erreicht. Während im Jahr 2000 weltweit geschätzte 535.000 Masern-Todesfälle auftraten, waren es 2010 nur noch 139.300 Todesfälle. 1986 wurde in der DDR eine Pflicht-Zweitimpfung für alle Kinder eingeführt. Danach verzeichnet die Statistik bis 2001 keine Masernausbrüchen mehr. Zwar ist eine zwingende Impfpflicht momentan gesellschaftspolitisch nicht durchsetzbar. Jedoch kann eine gesunde Aufklärung zu einer hohen Impfquote beitragen.

Zweite Impfung besonders wichtig

Normalerweise wird die Impfung in Kombination mit Mumps und Röteln verabreicht. Die erste Impfung gegen Masern wird für den 12. bis 15. Lebensmonat empfohlen. Meist fehlt jedoch die Zweitimpfung. Nur dadurch kann die Impflücke geschlossen werden. Sie sollte spätestens im 2. Lebensjahr im Alter von 15-23 Monaten erfolgen. Nach der zweiten Impfung bestehe lebenslanger Schutz, so das Robert-Koch-Institut. Der beste Schutz für das eigene Baby besteht, wenn die Menschen in seiner Umgebung gegen Masern geimpft sind.

Nicht nur Kinder betroffen

Denn eine Impfung schützt nicht nur den einzelnen Menschen. Sie verhindert auch, dass sich eine Infektionskrankheit in der ganzen Bevölkerung ausbreitet. Diese Eigenschaft nennen Experten Herdenimmunität. Deshalb raten die Experten auch allen, die nach 1970 geboren sind, zur Masernimpfung – sofern sie nur einmal oder gar nicht geimpft worden sind oder der Impfstatus unklar ist. Denn Masern sind keine reine Kinderkrankheit. Jugendliche und Erwachsene können sich ebenso anstecken. Mehr als die Hälfte der Masernfälle in Deutschland betreffen heute Jugendliche über 10 Jahre und Erwachsene.

Online-Entscheidungshilfe

Um die teils sehr ideologisch geführte Diskussion um das Impfen zu versachlichen, hat der AOK-Bundesverband die medizinische Online-Entscheidungshilfe Impfen: Ja oder nein?“ entwickelt. Sie soll Eltern und Pflegepersonen dabei unterstützen, bewusst und informiert zu entscheiden und sich mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über mögliche Bedenken auszutauschen und offene Frage im gemeinsamen Gespräch zu klären.

Hallo, ich bin sehr für die Impfung. Ich selbst wurde als Kind einmal gegen Masern geimpft. Jetzt brauche ich eine zweite Impfung.
Wird diese auch von der AOK bezahlt?

Antworten

Hallo Sven,
die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlung gegen Masern ausgeweitet. Personen, die nach 1970 geboren sind, deren Impfstatus unklar ist oder nur einmal in der Kindheit geimpft wurden, können eine weitere Masern-Impfung erhalten. Die Abrechnung erfolgt ganz einfach über die Versichertenkarte. Wenn Sie vor 1970 geboren sind, werden die Kosten für die Impfung per Kostenerstattung übernommen.

Antworten

Diskutieren Sie mit

Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir freuen uns auf interessante Gespräche und Diskussionen.
Wir behalten uns vor Kommentare zu löschen, die nicht unserer Netiquette entsprechen.

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.

Schließen Newsletter-Anmeldung