Mund auf, Stäbchen rein!

Die Entscheidung, mich als Knochenmarkspender zu registrieren, fiel mir leicht. Warum auch nicht. Es ist wirklich so einfach, wie in den Werbevideos gesagt wird: Online registrieren, (Mund-)Abstrich machen und einschicken, warten. Bis dann irgendwann der Anruf oder die E-Mail kommen, die einen als potentiellen Spender ansprechen.

Was dann passiert? Erst einmal ein Telefongespräch. Darin wird erläutert, wie die weitere Prozedur ist, wie eine Spende aussehen kann und es können Fragen gestellt werden. Und wirklich jede Frage wird beantwortet. Also keine falsche Scheu.

Zwei Verfahren zur Stammzellenspende

Mir war vor allem wichtig zu erfahren, wie die Entnahme ablaufen wird. Ich gebe zu: Schmerzen sind nicht so meins. Daher drehte sich bei meinen Fragen vieles um die Möglichkeiten der Betäubung. Was ich nicht wusste: Eine Knochenmarkspende ist heute mehr die Ausnahme als die Regel. Die für eine Transplantation notwendigen Stammzellen werden in 80 % der Fälle aus dem Blut entnommen. Damit auch genug in selbigem vorhanden sind, wird lediglich der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Innerhalb von fünf Tagen ist das Blut dann so mit Stammzellen angereichert, dass die Blutentnahme möglich ist.

Die Alternative ist die Knochenmarkspende. Die wird wahrscheinlich noch am häufigsten mit der Stammzellenspende in Verbindung gebracht. Aber auch hier konnte ich beruhigt werden: dieses Verfahren findet unter Vollnarkose statt. Puh…

Der Bluttest, um die Eignung des potentiellen Spenders zu überprüfen. Nur ein kleiner Piks…

Tests, Tests, Tests

Doch halt, bevor es zur Spende kommt, steht erst noch eine Reihe an Tests an. Denn der Speicheltest alleine reicht nicht aus, um die Eignung als Spender final festzulegen. Es sind vorher noch (mehrere) Bluttests notwendig, die immer genauer die Eignung überprüfen. Und hier war für mich bereits zwei Mal Schluss.

Ich finde das aber gar nicht schlimm. Denn ich habe noch ein paar Jahre vor mir, in denen ich Stammzellen spenden kann. Bisher sprechen auch keine gesundheitlichen Faktoren dagegen. Und wenn jetzt am 14. Juni wieder der Weltblutspendetag ansteht, sollte man sich auch über eine Stammzellenspende Gedanken machen. Denn wie gesagt: es ist wirklich einfach, genau wie eine Blutspende. Und: im AOK PLUS-Bonusprogramm gibt es 2000 Pkt. für die Typisierung.


 

Weiterführende Links:

Häufige Fragen zur Stammzellenspende (via DKMS)

Mir ging es ähnlich: Ich habe mich registriert, ohne ernsthaft damit zu rechnen, dass die DKMS sich je melden wird – und dann klingelte knapp ein Jahr später das Telefon. Im Gegensatz zu dir ist für mich schon der Gedanke an eine Blutabnahme der absolute Horror, aber ich war tapfer. 😉 Toll fand ich, dass die Mitarbeiter der DKMS sich um alles gekümmert haben, sie haben für die Blutabnahme sogar einen Termin bei meinem Hausarzt für mich gemacht. Leider war auch ich im Endeffekt nicht der perfekte genetische Zwilling für den unbekannten Patienten bzw. die unbekannte Patientin, aber ich hoffe, jemand anderes konnte helfen.

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