Osteopathie wirkt

Als die Schmerzen unerträglich werden, gehe ich zum Orthopäden. „Wird Arthrose sein. Wir röntgen erst mal.“ Damit habe ich gerechnet. Mit dem Ergebnis eher nicht. „Sieht gar nicht so schlimm aus wie ich dachte“, murmelt der Arzt. Er empfiehlt Tabletten oder Spritzen zum Knorpelaufbau. Und wenn das nicht hilft, sollte ich über eine Operation nachdenken.

Das will ich auf gar keinen Fall. Zu oft habe ich schon gehört, dass die Ergebnisse nicht überzeugend ausfallen.

Gründlich und schmerzfrei

Versuch es doch mal beim Osteopathen – dieser Gedanke geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Bevor ich dann das erste Mal in einer solchen Praxis stehe, musste ich einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Auch das erste persönliche Gespräch ist sehr ausführlich. Der Osteopath begutachtet mich von Kopf bis Fuß und tastet meinen Körper gründlich ab. „Wundern Sie sich bitte nicht, aber ich werde nicht Ihr Knie behandeln“, sagt er danach. „Das Problem liegt woanders.“

Er diagnostiziert muskuläre Dysbalancen und Fehlstellungen von Fußgelenk und Hüfte. Dadurch wird mein Knie in eine Art Schraubzwinge genommen, was die Schmerzen verursacht. So habe ich es jedenfalls verstanden. Wie er genau behandelt, kann ich gar nicht sagen. Schmerzfrei bearbeitet er mich vom Fuß bis zur Wirbelsäule, dreht und wendet mich, drückt mal hier, mal dort.

Osteopathische Behandlung

Nach drei Behandlungen in größeren Abständen sind die quälenden Schmerzen weg – ohne Spritzen und OP.

Selbstheilungskräfte werden aktiviert

Der Osteopath behandelt mit bloßen Händen, ohne Medikamente oder technische Apparate. Damit aktiviert er die Selbstheilungskräfte des Körpers. Zum Beispiel durch sanftes Ertasten von Blockaden oder Verspannungen, die die Beschwerden auslösen, durch das Dehnen von Muskeln und das Bewegen von Gelenken.

Bei Rückenschmerzen sind es häufig verklebte Organe, die an den Bändern und die wiederum an der Wirbelsäule „zerren“. Das ist schmerzhaft, aber weder im Röntgenbild zu erkennen, noch durch Rückenmassagen zu beseitigen.

Am häufigsten haben Osteopathen mit Rücken- oder Gelenkschmerzen zu tun. Aber auch bei funktionellen Herzbeschwerden, Verdauungsstörungen oder Kopfschmerzen sind sie gefragt. Zwei bis drei Behandlungen reichen in der Regel aus, um Blockaden zu beheben.

AOK PLUS zahlt für Osteopathie

Ich weiß, dass die Meinungen zur Osteopathie weit auseinander gehen. Mir selbst hat die Behandlung super geholfen, so wie vielen anderen Schmerzgeplagten auch. Dennoch ist sie nach wie vor keine Kassenleistung. Die AOK PLUS zahlt aber ihren Versicherten für drei Behandlungen bis zu 180 Euro im Jahr. Pro Behandlung übernimmt sie 90 Prozent der Kosten, maximal je 60 Euro. 2017 nutzten knapp 85.000 Versicherte der AOK PLUS diese Zusatzleistung und ließen sich osteopathisch behandeln.

Wie finde ich einen Osteopathen? Wer darf diese Behandlung überhaupt anbieten? Brauche ich eine Überweisung? Muss ich vorher bei der AOK PLUS eine Genehmigung einholen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

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