Perspektivwechsel: Ein tierisch gutes Team

Friedlich tapst die dreijährige Labrador-Retriever-Dame Fini in die Runde der acht Heim-Bewohnerinnen und legt sich brav neben ihre Therpaiebegleithundführerin Rebecca Nusime. Nach Begrüßung, Beschnuppern, Leckerlis und Streicheln folgt die „Arbeit“: didaktisch klug aufgebaute Therapie-, Beschäftigungs- und Spielansätze sollen helfen, die vorhandenen motorischen, sprachlichen und sozialen Fähigkeiten der Klientinnen zu erhalten und zu fördern. Diese tauen durch Finis Unterstützung zunehmend auf, werden ruhiger, die Augen leuchten.

Ein tierisch gutes Team: Rebecca Nusime vom Projekt „Helfende Pfötchen“, Labrador Fini und AOK-Azubi Lisa Liß (v.r.)

Erfahrungen sammeln

Um die Sozialkompetenz ihrer Azubis noch weiter auszubauen, absolvieren seit 2015 alle Auszubildenden zum Sozialversicherungsfachangestellten eine soziale Projektwoche in einer gemeinnützigen Einrichtung oder einem Verein. Die 20-jährige Lisa Liß hat sich die Tiergestützte Förderung „Helfenden Pfötchen“ in Gröditz/Nieska ausgesucht. „Ich lebe gern mit Tieren und finde es interessant, wie unterschiedlich die Menschen auf den Therapiehund reagieren“, stellt sie fest. „Jede Stunde ist anders und überraschend.“

Was mir der Perspektivwechsel gebracht hat? Ich habe gelernt, ohne Scheu und noch einfühlsamer auf ganz verschiedenen Menschen zuzugehen. Das hilft mir nach der Ausbildung dann sicher beim Umgang mit den AOK-Kunden.

von Lisa Liß

Emotionen und soziale Interaktion

Hündin Fini hat inzwischen ihre knapp einstündige anstrengende Arbeit fast beendet und lässt sich zum Abschied noch einmal geduldig von allen Bewohnerinnen streicheln. Rebecca Nusime freut sich immer wieder, wie ihre Hunde als „Eisbrecher“ helfen können, die Klienten zu lösen, zu motivieren und zu stärken. In der Lebenshilfe-Wohnstätte Fürstenberg fast jede Woche.

So etwas müssten noch viel mehr junge Leute tun können! Auf diese Weise lernen sie, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, und sind dann offener dafür, ihnen auch zu helfen. Und sie spenden – und haben selber – Freude dabei.

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