Seifenblasen – mein letzter Schreckmoment

Der Trick der Natur mit dem unkomplizierten Erstgeborenen, um ein weiteres Kind – nämlich ein unberechenbares Energiebündel – zu bekommen, hat bei mir bestens funktioniert. Im Glauben, kein Frischling zu sein, einiges gesehen und erlebt zu haben, fühlte ich mich bis zum Tag X ziemlich sicher. Ich habe in der Vergangenheit Warnungen für Eltern zu Vergiftungen mit Haushalts- oder Waschmitteln gelesen und mit Stolz gedacht „Vorbildlich ganz oben im Schrank verstaut. Ich bin bulletproof (engl.: kugelsicher)!“

Seifenblasen als Gefahr

Pustekuchen. Wo wir auch schon beim Thema sind. Pusten. Seifenblasen. Klingt harmlos, kann lebensgefährlich sein.
Die Seifenblasenmaschine spuckte im Akkord die runden Kugeln in die Luft – alle freuten sich, wir Eltern aus der Ferne. Da lief der Zweijährige zielstrebig auf die Maschine zu, setzte an und nahm einen großen Schluck Seifenblasenflüssigkeit.

112 oder Giftnotruf

Mit dem Rücken zu mir stehend, nahm ich den Moment nicht sofort deutlich wahr, erst als er begann aufzustoßen und wild die Zunge zu bewegen, um den Geschmack loszuwerden. Erster Impuls war ausspülen und somit der Griff zum Wasserglas. Nein, Stopp! Das schäumt bestimmt. Inzwischen weinte das Kind, musste weiterhin Aufstoßen und kämpfte mit dem Geschmack. So harmlos es aussah und begann, war es nicht. Panik stieg in uns auf. Die schnelle Internetrecherche empfahl den Notruf 112 oder den Giftnotruf, der für Thüringen und Sachsen unter 0361730730 zu erreichen ist. Letzteren wählte ich und erhielt nach meinen Schilderungen von einer sehr beruhigenden Stimme Tipps zum weiteren Vorgehen.

Wichtigste Information: Niemals Erbrechen verursachen! Beim Erbrechen können Schaumblasen entstehen, die beim Gelangen in die Lunge zum Ersticken führen können. Flüssigkeit darf nur in kleinen Schlucken und sehr wenig gegeben werden, um das Erbrechen und Schäumen zu verhindern.

fettiger Schokoaufstrich

Da wir bereits Abendbrot gegessen hatten, konnte ich den Tipp mit dem Leberwurst- oder dick beschmierten Butterbrot nicht umsetzen. Fett bindet die Flüssigkeit im Magen. Klang logisch und kennt man vom Spülwasser und der fettigen Pfanne. Ist mir in der Stresssituation nicht eingefallen. Der Tipp für „satte“ Kinder lautete Nutella. „Am besten löffeln lassen“, sagte die nette Stimme. „Beobachten Sie ihr Kind noch in den nächsten Stunden, auch noch in den ersten Stunden beim Schlafen. Sollte ihr Kind Atemnot bekommen oder erbrechen, verständigen sie sofort den Notarzt. Aber es klingt, als könnten die besprochenen Maßnahmen helfen und sie müssen sich keine Sorgen mehr machen.“ Während der Zweijährige sein Glück nicht fassen konnte, sich mit Hingabe dem Nutellaglas widmete, Papa in der Apotheke ein Medikament besorgte, beobachtete ich ihn argwöhnisch (er schluckte immer noch vor sich hin) und nahm mir vor, doch noch einen Ersten-Hilfe-Kurs für Eltern zu absolvieren. Die AOK PLUS bietet diese Kurse kostenfrei für junge Eltern an.

Tag der Ersten Hilfe am 12. September

Erste Hilfe leisten zu können, ist aber nicht nur für Eltern von Bedeutung. Viele Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen führen diese unter strengen und sicheren Hygieneauflagen wieder vor Ort durch und ermutigen im Vorfeld des bevorstehenden Tags der Ersten Hilfe am 12. September zur Teilnahme.  Im Rahmen des AOK PLUS-Bonusprogramms erhalten AOK PLUS-Versicherte 2.000 Punkte für einen solchen Kurs gutgeschrieben, das entspricht einem Wert von 20 Euro.

Clarimedis-Hotline

Es muss sich bei Fragen rund um die Gesundheit und mögliche Therapien nicht immer um einen Notfall handeln. Bei  allgemeinen Fragen hilft auch der kostenfreie medizinische Informationsservice AOK-Clarimedis für AOK PLUS-Versicherte. Dort steht ein Team aus Fachärzten, Krankenschwestern und Pharmakologen bereit, um Fragen zu beispielsweise Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten, oder Diagnosen, medizinischen Fachbegriffen und Laborwerten zu beantworten.

Lesenswert!

Als persönlichen Tipp für Eltern möchte ich am Ende meines letzten Schreckmomentes unbedingt die Internetseite des Gemeinsamen Giftinformationszentrum (GGIZ Erfurt) der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Erfurt empfehlen!
Hier lohnt es sich unbedingt immer mal wieder nachzulesen, um sich der ein oder anderen Gefahr bewusst zu werden – gerade mit Kindern.

Nutella als Erste Hilfe- das klingt lecker 😉 Da merkt man sich das mit dem Fett ganz leicht!
Welches Medikament hat der Papa denn in der Apotheke bekommen? Vielleicht kann man so was ja zu Hause haben?

Antworten

Hallo Sandra, der Papa hat „Lefax Pump-Liquid“ in der Apotheke gekauft und gehört nun zu unserer Hausapotheke.

Antworten

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