Stimmen Sie für SOS Care – Hilfe nach einem Schlaganfall

Die Ursachen eines Schlaganfalls sind Medizinern längst bekannt. Es ist in der Regel der Lebensstil der Patienten: falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, Stress. Dass jedoch für viele Menschen das Erlebnis eines überstandenen Schlaganfalls nicht zum Wandel ihres Lebensstils führt, sondern allzu oft zum nächsten Schlaganfall in schneller Folge, löste vor etwa zehn Jahren bei Experten in Dresden eine besondere Aktivität aus.  2011 etablierte sich deshalb unter der Leitung der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Dresden eine Arbeitsgruppe, an der sich neben der Bavaria Klinik Kreischa, der Arbeiterwohlfahrt und der Deutschen Stiftung Schlaganfallhilfe auch die AOK PLUS beteiligte. Das Ziel war, eine koordinierte Schlaganfallnachsorge zu etablieren.

Nach dem Schlaganfall sollte nicht länger vor dem Schlaganfall sein

Neben der besseren Vernetzung aller Beteiligten in der Phase der medizinischen Behandlung der Patienten war es ein wichtiges Anliegen, eine systematische Unterstützung der Patienten danach aufzubauen. Mit Fördermitteln des Sozialministeriums und später des Europäischen Sozialfonds wurde ein ganz neues Berufsbild entwickelt und etabliert: das eines Case Managers für die Nachsorge von Schlaganfallpatienten. Der sollte sich anhand eines standardisierten Behandlungspfades um die Klienten kümmern – und zwar langfristig.

Ein Lotse für den Patienten

Es geht darum, die Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten und die der Angehörigen zu stärken. Die Mittel dazu sind Aufklärung und Einübung neuer Verhaltensmuster. Der Case Manager, der sich auch Schlaganfall-Lotse nennen darf, besucht zu diesem Zweck seine Klienten nach der Krankenhausentlassung zu Hause, um sich ein Bild von dessen Lebenssituation zu machen und die einjährige Therapiebegleitung mit ihm zu besprechen. Zwischen diesem Erstbesuch und dem Abschlussgespräch zwölf Monate später hat ein Lotse im Durchschnitt 22 Mal Kontakt mit jedem Patienten, in Einzelfällen sind bislang 120 Kontakte innerhalb eines Jahres zusammengekommen. Darüber hinaus ist der Case Manger Ansprechpartner für alle Ärzte, Therapeuten und die Versorger mit Heil- und Hilfsmitteln, die mit dem Patienten in irgendeiner Weise zu tun haben.

AOK PLUS-Versicherte profitieren

Nach dem Versiegen überregionaler Fördermittel übernimmt einzig die AOK PLUS für ihre Versicherten in der Region Dresden die Kosten für die Begleitung durch einen Schlaganfall-Lotsen. Dabei hat eine erste Evaluation gezeigt, dass die Investition sich durchaus lohnt. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Nicht-AOK PLUS-Versicherten erleiden Patienten, die von Schlaganfall-Lotsen betreut wurden, deutlich seltener einen zweiten Schlaganfall. Sie werden deutlich weniger oft pflegebedürftig und hatten eine bessere Zielerreichung bei der Blutdruckeinstellung. Und mindestens genauso wichtig: Patienten, die von Schlaganfall-Lotsen betreut werden, sind zufriedener und haben eine höhere Lebensqualität.

Dieses Projekt muss gewinnen

Und nun geht es um Ihre Stimme: Das Versorgungsmanagementprogramm „SOS Care – Hilfe nach Schlaganfall“ ist für einen Preis nominiert worden. Nicht Fachleute, sondern Laien, Patienten, deren Angehörige, Sie und ich können durch unser Voting dafür sorgen, dass dieses Projekt gewürdigt wird und mehr Aufmerksamkeit erhält. Die braucht es.

Zur Stimmabgabe geht es hier.

Wow! Glückwunsch dem SOS Care-Team „Hilfe nach Schlaganfall“ für den Gewinn des Publikumspreises beim MSD- Gesundheitspreis auch von uns als AOK PLUS.

Dabei betont AOK PLUS-Vorstand Rainer Striebel: „Diese bedeutende Anerkennung bestätigt uns die großen Möglichkeiten des Vorhabens SOS Care für unsere Versicherten. Seit Oktober 2016 übernehmen wir für diese Betreuung die Kosten. So helfen wir, die Gefahr eines Rückfalles zu verringern und die Lebensqualität unserer Versicherten deutlich zu steigern.“ Allein im Jahr 2019 betreuten die Lotsen im Uniklinikum Dresden mit gutem Erfolg 223 AOK PLUS-versicherte Schlaganfall-Patienten.

Und eine gute Botschaft bringt der Vorstand auch noch mit:
„Weil es mit diesem Vertrag möglich ist, die vorgegebenen Grenzen zwischen den Sektoren der Krankenversorgung im Sinne der Kranken zu überwinden, hat die AOK PLUS den Vertrag zu SOS-Care ab 2020 nun auf unbestimmte Zeit bewusst und gern verlängert.“

Antworten

Herzlichen Dank für die Glückwünsche zum MSD-Gesundheitspreis!
Wir haben den Sonderpreis in der Kategorie „Medizinische oder organisatorische Breakthrough Innovation / Leuchtturmprojekt“ erhalten, der Publikumspreis ging an das Team von „Was hab ich?“ welches ebenfalls aus Dresden kommt.
Für das SOS-Care-Team, Uwe Helbig

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