Tag der gesunden Ernährung

Wenn ich mit einem Einkaufszettel in den Supermarkt gehe und mir wirklich vornehme, nur die Produkte auf dem Zettel zu kaufen, ist mein Einkaufswagen am Ende trotzdem voller als gedacht. Immer wieder fallen mir Sachen ein, die ich doch noch brauche und die gerade im Angebot sind. Wenn diese in meine Wochenplanung passen, werden sie eingepackt.

Unklare und unrealistische Angaben auf Verpackungen

Und dieser Punkt bereitet mir manchmal Kopfzerbrechen. Denn auch wenn ich denke, mich mit Inhalts- und Nährwertangaben ganz gut auszukennen, blicke ich teilweise nicht mehr durch. Es gibt zum Beispiel unzählige Arten, wie man „Zucker“ als Inhaltsangabe verschleiern kann. Honig, Glucose, Oligofructose und Maltodextrin sind dabei vier Möglichkeiten. Dazu kommt, dass die einfach zu lesenden Nährstoffangaben (meist auf der Vorderseite der Verpackung) zwar suggerieren, dass das Produkt nicht so schlimm wäre. Dabei wird aber eine Referenzmenge angegeben, die in der Realität niemand einhält.

Die Auswahl im Supermarkt ist riesig. Quelle: AOK-Mediendienst

Ich jedenfalls höre selten nach einem halben Schokoriegel auf oder begnüge mich mit 40g Cornflakes zum Frühstück. Ich möchte nach einer Mahlzeit schon gerne satt sein. Das sind jetzt extreme Beispiel, aber sie verdeutlichen ein grundlegendes Problem. Denn wenn bereits jemand, der beruflich und privat viel mit Gesundheit und gesunder Ernährung zu tun hat, bei manchen Angaben ins Grübeln kommt, wie sollen sich dann Menschen mit weniger Erfahrung zurechtfinden?

 

Gesundheitskompetenz wirkt sich auf Ernährung aus

Nur jeder zweite Bürger verfügt laut einer Erhebung der Universität Bielefeld über eine ausreichende Gesundheitskompetenz. Das äußert sich auch im Bereich der Ernährung: Der Anteil übergewichtiger Personen ist in der Gruppe mit wenig ausgeprägter Gesundheitskompetenz höher als bei gut informierten Personen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, wird im Nationalen Aktionsplan (NAP) Gesundheitskompetenz die Einführung einer „Lebensmittelampel“ gefordert.

Lebensmittelampel schafft Transparenz

Anhand dieser können Verbraucher schnell und einfach feststellen, ob das gewünschte Produkt zu einer ausgewogenen Ernährung beiträgt oder nicht. Mittels der drei Farbstufen grün (unbedenklich), gelb (in Maßen möglich) und rot (so selten wie möglich) ist das schnell erkennbar. In England und Frankreich wird diese Art der Kennzeichnung bereits seit 2006  bzw. 2016 erfolgreich eingesetzt.

Ernährungsberatung zur Unterstützung

Ob und wann die Lebensmittelampel ihren Weg in die Regale der Märkte findet, kann niemand sagen. Bis dahin muss man sich selbst über Inhalts- und Nährwertangaben informieren. Ernährungsberatungen vermitteln dafür die Grundlagen. In speziellen Kursen erfahren die Teilnehmer, wie sie ungesunde Lebensmittel erkennen und wie eine ausgewogene Ernährung aussieht. Die AOK PLUS unterstützt ihre Versicherten dabei. Bei über 300 Partnern sind diese Kurse im Rahmen der Primär- oder Sekundärprävention verfügbar. Informationen dazu und wie man an einem solchen Kurs teilnehmen kann, sind in jeder Filiale und bei unserer kostenlosen Service-Nummer 0800 1059000 erhältlich.

Mehr Hintergründe zur Lebensmittelampel wären nicht schlecht. Selbst die Aok propagiert diese Lösung seit Jahren. Ein Bündnis hatte diese Form der Lebensmittelkennzeichnung bereits 2010 eingefordert. Doch diese Idee scheiterte seiner Zeit an der Lobby der Nahrungsmittelindustrie. Mal schauen was daraus wird.

Antworten

Hallo MarcusCH,
eine gute Übersicht zum aktuellen Stand liefert die Stiftung Warentest: https://www.test.de/Naehrwertangaben-auf-Lebensmitteln-Neue-Chance-fuer-die-Ampel-5285641-0/
Ein Allheilmittel ist die Lebensmittelampel natürlich nicht. Dafür ist jeder Mensch zu unterschiedlich. Sie würde aber dabei helfen, tendenziell gesunde oder ungesunde Lebensmittel auf einen Blick zu erkennen. Langfristig muss jeder dazu befähigt werden, selbst die notwendigen Informationen suchen und verarbeiten zu können. Diesen Weg zeigt auch der Nationale Aktionsplan auf und fordert bereits bei Schulkindern mehr Gesundheitserziehung.
Freundliche Grüße
Matthias Gottschalk

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